Wahlkampf FDP-Mann Wolfgang Kubicki teilte im Medio kräftig aus

31. Januar 2017, Allgemein, Fraktion

Bergheim 27.01.2017 Die Liberalen hätten fast vom kleinen in den großen Medio-Saal umziehen können, weil gestern Nachmittag so viele Gäste beim Sonntagstalk dabei sein wollten. Zu verdanken war das einem Mann, den Moderatorin Lisa Loch zu Beginn als den neben Parteichef Christian Lindner derzeit wohl prominentesten FDP-Poliker vorstellte. Wolfgang Kubicki, seit 2013 stellvertretender Bundesvorsitzender und zudem langjähriger FDP-Fraktionschef im Landtag von Schleswig-Holstein, ist als Freidemokrat bekannt, der kein Blatt vor den Mund nimmt – und er machte diesem Ruf bei seinem Besuch in der Kreisstadt wieder einmal alle Ehre.

Beim talkshowmäßig aufgezogenen und recht unterhaltsamen Plausch mit der Kölner Journalistin kam der 64-jährige Jurist als humorvoller und charmanter Plauderer daher, wenn es beispielsweise um eher persönliche Dinge wie sein etwas gespaltenes Verhältnis zum kölschen Karneval ging. Im Umgang mit dem politischen Gegner bevorzugte Kubicki allerdings härtere Bandagen.

Herbe Kritik an Jäger

So bezichtigte der FDP-Frontmann den NRW-Innenminister Ralf Jäger von der SPD in Zusammenhang mit dem Fall Amri gleich mehrfach der „Lüge“ und forderte dessen Entfernung aus dem Amt: „Es ist nachweislich falsch und gelogen, wenn Jäger sagt, es seien alle rechtsstaatlichen Mittel ausgeschöpft worden. Amri hätte auf Grundlage geltenden Rechts erst in Sicherheitsverwahrung und dann in Abschiebehaft genommen werden können und müssen.“

Auch mit Blick auf Donald Trump verzichtete Kubicki auf diplomatische Zurückhaltung. Es erfülle ihn mit „unglaublicher Traurigkeit“, wenn er sehe, von was für einem „bis an die Grenzen der Rechtstaatlichkeit und darüber hinausgehenden Mann“ die USA als „große Nation der Freiheit und der Menschenwürde“ nun regiert würden. „Er stellt derzeit alles in den Schatten, was Amerika ausmacht. Andererseits hat Amerika genug Kraft, um auch einen Donald Trump zu verarbeiten und ihn zur Fußnote der Geschichte zu machen.“ Noch schlimmer sei freilich, dass ein deutscher Politiker wie CSU-Chef Horst Seehofer offen mit Trump sympathisiere.

Wenig Angst hat Kubicki vor dem neuen SPD-Star Martin Schulz. „Er hat innenpolitisch null Erfahrung. Mal sehen, was aus ihm wird, wenn der erste Hype verflogen ist.“
Seiner eigenen Partei räumt Kubicki für die kommenden Wahlen gute Chancen ein. Die Umfragen ließen erhoffen, dass die FDP bei den Landtagswahlen im Frühjahr zulegen werde: „Und das gibt dann erfahrungsgemäß auch einen kräftigen Schub für den Bund.“

Quelle http://www.ksta.de/25643070 @2017″

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