Stadt reagiert auf Besorgnis

24. Mai 2018, Allgemein

Der mit Blei, Kupfer und Arsen belastete Boden am DRK-Heim könnte doch komplett ausgehoben werden

fdp

BERGHEIM. Die schnelle Umsetzung des
Bauvorhabens Kindergarten Kennedystraße ist
erst einmal ausgesetzt.
Offenbar gibt es ein Umdenken in Verwaltung
und Politik, was den Umgang mit den Altlasten
im Boden angeht. Die Verwaltung lässt nun
prüfen,ob ein kompletter Bodenaushub auf dem
Areal ,eine sinnvolle Option darstellt’.
Hermann-Josef Falterbaum, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftsförderung,
Liegenschaften und Finanzen, hat die förmliche Projektgenehmigung daher schon von der
Tagesordnung seines Ausschusses genommen. “Ich denke, jeder, der Kinder hat, denkt da
ähnlich”, sagt Falterbaum. ,Lieber auf Nummer sicher gehen.” Der Boden auf dem 8300
Quadratmeter großen Areal in der Grünen Lunge an der Kennedystraße, auf dem das
frühere DRK-Heim steht, ist aus zwei Gründen belastet: Zum einen hat die Erft bei
Überschwemmungen Blei in die Auen getragen, das aus jahrtausendealten Minen in der
Eifel ausgespült wurde. Zum anderen wurde die Fläche früher vom Tennisclub genutzt
– der rote Boden war mit Kupfer und Arsen durchsetzt.
Laut Bodengutachten werden die zulässigen Grenzwerte überschritten. “Zwar nicht
wesentlich,aber eine leichte Überschreitung genügt ja schon”, sagt Dezernentin Claudia Schwan-Schmitz.
Es gelte nun, der Bevölkerung die Sorgen zu nehmen, sagt Schwan-Schmitz.
Ursprüngiich war trotz Bedenken von SPD und FDP geplant, den Bau zügig weiter
voranzutreiben. In enger Abstimmung mit der Bodenbehörde des Rhein-Erft-Kreises zwar,
aber eben auch mit der Option, nur stellenweise die belasteten Böden
bis zu einer Tiefe von 60 Zentimetern abzutragen und dann eine sogenannte Grabesperre
einzubauen, um den Kontakt zwischen Kindern und Giftstoffen zu verhindern.
“Ein großer Teil des Grundstücks ist unbelastet”, sagt Schwan-Schmitz.
Dennoch prüfe man nun den kompletten Austausch des Bodens.


Wegen der Bleibelastung im Überschwemmungsgebiet fragt die FDP nun nach, ob die
Verwaltung auch bei anderen Kindergärten Bodenuntersuchungen veranlasst. So sei
doch für das Neubaugebiet Oleanderstraße in Quadrath-Ichendorf in einigen
Bereichen eine Bleibelastung festgestellt worden. Der Kindergarten Irisweg mit
anschließendem öffentlichem Spielplatz liegt etwa 300 Meter vom Baugebiet entfernt
und direkt an der Erft”, sagt Fraktionsvorsitzen- Alfred Friedrich.
“Wieso wurden dort nicht nach der Kenntnis der Gefahren 2017,unverzüglich
Bodenuntersuchungen vorgenommen?”
Der Waldkindergarten in Zieverich liege ebenfalls sehr nah an der Erft

“Die Verwaltung prüft und kümmert sich’, sagt Dezernentin Schwan-Schmitz.
“Wir wollen das sorgsam abarbeiten

– Quelle: Kölnische Rundschau vom 18.05.2018 ©2018